Suscha Korte

GEBOREN UND GESTORBEN WIRD IMMER NOCH ANALOG…

Mit der Ausstellung stellt sich Suscha Korte bewusst gegen den vermeintlichen Anachronismus der Malerei. Und zeigt, dass das Genre relevanter ist denn je…

Vernissage: 3. Mai 2018, 18:30

Welchen Stellenwert hat die klassische Malerei im Zeitalter des Digitalen? Inwieweit kann sie sich gegen das Highspeedinternet und die damit verbundene inflationäre, mitunter manipulative Bilderflut der neuen Medien behaupten?

Diesen und anderen Fragen geht die Künstlerin auf den Grund. Dabei zeigt sie mit ganz unterschiedlichen Techniken die Diversität von Malerei auf – und bekennt sich zum Analogen als wert- und zeitkontinuierliche Referenz zum Menschsein und zum schöpferischen Prozess.

Umbrüche, Zäsuren und Revolutionen gab es schon immer; doch kaum eine Erfindung hat die Taktung der Welt dermaßen beschleunigt, agitiert und hysterisiert wie die Digitalisierung. Tatsächlich sind unsere Gehirne, unsere Denkstrukturen und unsere nativen Bedürfnisse aber noch immer auf dem Stand von Steinzeitmenschen. Und somit evolutionär und genetisch determiniert. In den stark narrativen, komplexen Bildwelten von Suscha Korte geht es um diese ungebrochen gültige Form menschlicher Entität, wo Begegnungen, Erfahrungen und Erinnerungen sowie Ängste, Hoffnungen und Träume unsere Bedürfnisse definieren. Wo sich ein tiefer Dialog zwischen Werk und Betrachter entspinnt, der Raum für Besinnung und Reflexion lässt. Nicht die Sensation, der Affekt, das Konsumieren des Bildes als Bedarfserweckungsinstanz.

Die Ausstellung ist eine Hommage an das analoge, das echte Leben, das die physische Präsenz, die direkte Konfrontation und den unmittelbaren Dialog bedingt. Gleichzeitig ist der Ausstellungstitel als Appell an Courage, Mut, Zuversicht und die aktive Auseinandersetzung mit Phänomenen und Problemen unsere Zeit zu verstehen. Die Malerei dient hier als Medium für innere Einkehr und äußeren Aufbruch. Und liefert damit ein nachhaltiges Argument gegen Passivität, Fremdbestimmung und dystopische Resignation, ein ”Trotzdem…”

Suscha Kortes Porträts erzählen vom Menschsein und von den Lebensspuren, die ein jeder hinterlässt. Dabei zeigen die großformatigen Werke, oft als Diptychen oder Triptychen angelegt, jedoch kein Abbild des Humanen, sondern thematisieren Entität mittels Alltagsgegenständen wie Tellern Schallplatten oder wie zufällig arrangiertem Hausrat. Die Motive fungieren somit als assoziative Spielwiese für die individuelle Geschichte und das Schicksal des Menschen dahinter, als Projektionsflächen für seine Wünsche, Träume und Hoffnungen, Ängste und Sorgen. Damit entwickeln sie eine narrative Sogkraft, die den Betrachter auffordert, seine eigene Geschichte zu reflektieren und damit sowohl einen inneren Monolog als auch den Dialog mit Werk und Mitrezipienten zu entfachen. Ihren lebensechten, höchst detaillierten Motivporträts stellt sie ironisch bis sardonisch intendierte Neon-Typografien zur Seite, die Begriffe wie ”Glück” und ”Home” plakatieren und einmal mehr die Dialektik und Widersprüchlichkeit des Lebens aufzeigen. Trotz des damit aufgeworfenen Nebeneinanders von Pol und Antipol, Utopie und Dystopie, Struktur und Chaos zeichnet sich Suscha Kortes Œuvre durch eine tiefe Zuversicht, Urvertrauen und subtilen Humor aus – und fokussiert damit ganz im Sinne des philosophischen Magnetismus die Kraft der Affirmation.

Suscha Korte studierte freie Kunst und Malerei an der Muthesius-Hochschule in Kiel und an der Glasgow School of Art in Schottland/GB. Ihre Werke waren u.a. im Museumsberg Flensburg und in internationalen Galerien ausgestellt und sind in zahlreichen europäischen Privatsammlungen vertreten. Sie lebt und arbeitet in Köln.

Yorka Schmidt-Junker

Die Ausstellung ist regelmäßig während der Kernarbeitszeiten des ZiF (montags bis donnerstags von 9:00 bis 15:30 und freitags von 9:00 bis 14:00) zugänglich. Während laufender Tagungen ist das ZiF auch über diese Zeiten hinaus geöffnet. Informationen dazu erhalten Sie im Tagungsbüro.

Weiterlesen…

Um Gottes willen! – Kunst und Religion an der Schnittstelle zwischen Politik und Gesellschaft

Schon der Titel der umfangreichen Themenausstellung – um Gottes willen! –, die vom Kunstverein Sundern-Sauerland e.V. vom 29. April bis zum 10. Juni 2018 in der Stadtgalerie Sundern präsentiert wird, zeigt den Zwiespalt vieler zeitgenössischer Künstler in Bezug auf ihre Haltung zu Religion in der heutigen post-aufklärerischen Gesellschaft auf. „um Gottes willen!“ – ein Ausruf des Entsetzens, des Bedauerns, der Überraschung...

29.04.2018 - 10.06.2018

Genauso unterschiedlich wie die vielfältigen Interpretationen des nur auf den ersten Blick deutlichen Ausrufs „um Gottes willen!“ sind auch die Positionen der 16 teilnehmenden Künstler und Künstlerinnen der gleichnamigen Themenausstellung. Ob der christliche Gott, der jüdische Jahwe oder der muslimische Allah – es handelt sich stets um das, wie es im Duden steht, „höchste übernatürliche Wesen, das als Schöpfer Ursache allen Geschehens in der Natur ist, das Schicksal der Menschen lenkt, Richter über ihr sittliches Verhalten und ihr Heilsbringer ist“. Doch wie steht man bzw. frau zu Gott und Religion heute? Von umarmend bis anklagend, von devot bis ironisch, als politisches Statement und in vielen Fällen lediglich als kunsthistorisches Zitat – die Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Assemblagen und Installationen, die hier präsentiert werden, lassen viele Fragen offen und geben dadurch ausreichend Stoff für tiefgreifende Debatten und Diskussionen.

Was steckt dahinter, wenn ein junger jüdischer Maler wie der Wahlberliner Yury Kharchenko (geb. 1986 in Moskau) Porträts von historischen katholischen Päpsten anfertigt? Sind die von Florian Borkenhagen (geb. 1959 in Frankfurt/Main) gebastelten Modelle bedeutender Sakralbauten ernst oder eher ironisch gemeint? Sind Annet van der Voorts (geb. 1950 in Emmen/Niederlande) fotografische Bildnisse der heiligen Mutter Gottes als Andachtsbilder oder vielmehr als Vanitas- oder gar Celebrity-Porträts zu verstehen? Beate Engel (geb. 1973 in Regen) lässt Zitate aus Reden von amerikanischen Präsidenten von Roosevelt bis Obama, die denen Gott zu politischen Zwecken instrumentalisiert wird, aus einem goldenen Kranz aus Lautsprechern ertönen. Wie sakrale Ruinen wirken die in Beton gegossenen architektonischen Objekte des Kölner Künstlers Christian Keinstar (geb. 1975 in Dirschau, Polen). Und während die symbolträchtigen dreizehn Plätze an Suscha Kortes (geb. 1963 in Flensburg) gedeckten Tisch leer bleiben, proklamiert Roland Schappert (geb. 1965 in Köln) lautstark „God is in the house!“

Teilnehmer: Florian Borkenhagen, Gehard Demetz, Beate Engl, Hakan Eren, Vanessa Henn, Ottmar Hörl, Christian Keinstar, Katharina Keller, Yury Kharchenko, Suscha Korte, Vera Lossau, Gerd Mosbach, Roland Schappert, Wawrzyniec Tokarski, Annet van der Voort, Detlev Weigand

Kurator: Gérard A. Goodrow, Kunstverein Sundern Sauerland e.V. Informationen zum Rahmenprogramm folgen.

Ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Schulte Lagertechnik und der Stiftung der Sparkasse Arnsberg-Sundern, sowie durch die Kulturförderung der Stadt Sundern.

Weitere Informationen und Pressefotos erhalten Sie unter: info@kunstverein-sundern-sauerland.de

Kunstverein Sundern-Sauerland e.V. zu Gast in der Stadtgalerie Sundern Lockweg 3, 59846 Sundern

E-Mail: info@kunstverein-sundern-sauerland.de Telefon: 0171/1204716

www.kunstverein-sundern-sauerland.de

Weiterlesen…

12 Künstlerinnen und Künstler aus NRW und Berlin

Zur Ausstellungseröffnung in die städtische Galerie „sohle 1“ laden wir herzlich ein am Internationalen Frauentag 2018

08.03.2018 - 27.05.2018

Haushalt: Ob wir mehr zu Ordnung oder Chaos neigen, lästige Pflicht oder Vergnügen empfinden - wir müssen mit den Dingen umgehen. Wir räumen auf und um, sammeln, pflegen, putzen oder schmeißen weg. Aber was bedeuten die Dinge uns überhaupt noch in einer Welt, die ständig Neues produziert?

Die Grenzen zwischen außen und innen, zwischen privat und öffentlich sind durch Internet, neue Medien oder das Homeoffice längst durchlässig geworden. Wie geht es weiter in einer Zeit radikaler und rasanter Veränderungen?

11 Künstlerinnen und Künstler aus NRW plus eine Künstlerin aus Berlin beleuchten und hinterfragen unsere Träume und Wünsche, unsere Ängste und unseren Frust im eigenen Heim. Ihre Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen kommentieren unsere Lebensentwürfe auf überraschende, nachdenkliche, ironische und witzige Weise.

Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Barbara Deblitz, Sylvie Hauptvogel, Andrea Isa, Suscha Korte, Alexandra Kürtz, Katharina Mayer, Alice Musiol, Diane Welke, Thomas Wrede

59192 Bergkamen - Oberaden
Jahnstraße 31 / Museumsplatz
Simone Schmidt-Apel
02307 965263
s.schmidt-apel@bergkamen.de

Öffnungszeiten:
Di-Fr 10-12und14-17Uhr Sa 14-17Uhr
So 11-18Uhr
Eintritt frei

Sonderführung mit der Kuratorin Ina Ewers-Schultz am Sonntag, 15. April 2018, 11 Uhr
Gruppen werden um Voranmeldung gebeten.
Auf Anfrage bieten wir weitere Führungen an!

Weiterlesen…

Galerie Anja Knoess

Künstler der Galerie und Gäste, Accrochage - Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur

02.12.2017 - 06.01.2018

Weihnachtliche Vernissage: Samstag, 02.12.2017 von 12 - 16 Uhr,
Einführung in die Ausstellung um 13 Uhr.

Künstler der Galerie und Gäste, Accrochage - Malerei, Zeichnung, Fotografie und Skulptur

KÜNSTLER DER GALERIE & GÄSTE

AXEL ANKLAM, JESSICA BACKHAUS, SABINE BEYERLE, JOHANNA K BECKER, PEER BOEHM, PETER BRAUNHOLZ, ULRIKE BUHL, JESSICA BUHLMANN, GUO CHANGLIANG, ANDREA DAMP, SABINE DEHNEL, MARION EICHMANN, VIRGINIA GLASMACHER, BERTRAM HASENAUER, JENS HAUSMANN, MARKUS HUEMER, ANJA JENSEN, CHRISTOFER KOCHS, SUSCHA KORTE, KLAUS LOMNITZER, SARAH MAC RAE MORTON, JAN MUCHE, CRISTINA OHLMER, WERNER POKORNY, REBECCA RAUE, ROLAND SCHMITZ, DANIEL SIGLOCH, GABI STREILE, KINKI TEXAS, KOEN VERMEULE, ROGER WARDIN, MARTIN WEHMER, PERNGFEY WONG, FILIP ZORZOR

GALERIE ANJA KNOESS
Große Brinkgasse 17- 19
50672 Köln
Tel.: 0221. 270 67 37
galerieanjaknoess@gmx.de

Öffnungszeiten:
Di: nach Vereinbarung
Mi – Fr: 11- 19 Uhr
Sa: 11 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung

Weiterlesen…

SCULPTOUR 2017

Beukenhof | Phoenix - Contemporary Art

1. Mai bis 24. September 2017

Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung.

Eintritt: 5,00€, Kinder unter 10 Jahren frei, Gruppen ab 12 Personen: 4,00€ pro Person

Beukenhof- Phoenix Galleries, Ronde van Vlaanderenstraat 9 – 11, B-9690 Kluisbergen (Kwaremont)

Weiterlesen…

Galeria K

Galeria K

Galeria K

c/ Can Veri 10, 07001 Palma de Mallorca

c/ Isaac Peral 49, 07157 Post d`Andratx

Weiterlesen…

Trotzdem

Cora Korte und Suscha Korte

5. März bis 23. April 2017

Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

26. Mai bis 21. August 2016

Desperate Housewives? Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

Als einzige Station der Ausstellungstournee in NRW nehmen 28 Künstlerinnen im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr das Haus als Lebens- und Arbeitsplatz ins Visier. Sie entlarven es als einen Ort voller Widersprüche und Klischees, hinterfragen weibliche Rollenbilder und inszenieren zwischen Pedanterie und Chaos Ausbrüche aus beengten Verhältnissen. Präsentiert werden Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen.

Weiterlesen…

Suscha Korte im Salve Magazin

Mai 2015

Menschen kommen in den eindringlichen Bildern von Suscha Korte nicht vor. Stattdessen porträtiert die Künstlerin das Menschsein mittels Alltagsgegenständen, die den Betrachter zum Dialog auffordern. Mit sich und der Welt. Und damit ein erstaunliches Eigenleben entwickeln. SALVE traf die Wahlkölnerin und Mutter von vier Kindern, die an den Kunsthochschulen Kiel und Glasgow graduierte, zum Gespräch und gewährt einen exklusiven Einblick in ihre faszinierenden Bildwelten…

Weiterlesen…

Ausstellungseröffnung in der Bismarckstraße 50

Vanilla Ride

Im Gespräch mit der Künstlerin: Die Kunst- und Kultur Journalistin Yorca Schmidt-Junker.

Am Sonntag, den 13. Dezember 2015 von 12.00 bis 14.00 Uhr

Suscha Korte, Vanille Ride, 2015, 180 x 160 cm ,Öl auf Leinwand

Die Galerie Martina Kaiser freut sich, die in Köln lebende Künstlerin Suscha Korte, ( geb. 1963, Flensburg ), in einer Einzelausstellung in der Galerie in der Bismarckstraße 50 und in der Mittelstraße 19 mit neuen Arbeiten präsentieren zu dürfen. Parallel werden die Arbeiten von Suscha Korte seit Juni 2015 auch in der Ausstellung "Künstlerinnen räumen auf" im Museum im Kulturspeicher Würzburg, der Kunstsammlung Zwickau und dem Kunstmuseum Mühlheim an der Ruhr in einer Gruppenausstellung unter anderem mit Arbeiten der international bekannten Künstlerinnen wie z.B. Rosemarie Trockel, Mona Hatoum oder Susanne Kutter gezeigt.

Korte studierte sowohl an der Kunsthochschule in Kiel bei Prof. Nagel und Prof. Thieme Malerei als auch an der Glasgow School of Art. Stipendien und Preise: 1989 Förderung der Landesregierung Schleswig-Holstein, 1991 R.S.A. Painting Prize, Glasgow, John M. Thomson Award, Edingburgh, Emmy Sachs Prize, Glasgow, 1992 RGI Exhibitionship, Glasgow. Sammlungen: BP Europ Oil, Brüssel; Telecom, London; Landeshaus Kiel; Permanent Collection of Queen Elisabeth, Edingburgh; Kultusministerium, Kiel; Sparkassenstiftung, Köln; Deutsche Bank, LBS, Provinzial, Museum Ludwig, Köln; Allianz; Rhein Energie, Köln.

Das Museum Museumsberg Flensburg, eines der größten Museen Schleswig-Holsteins, widmete ihr unter dem Titel Menschenleere Portraits letztes Jahr eine erste Soloshow. Zur Ausstellung erschien ein Katalog, den sie im Buchhandel und über die Galerie erwerben können.

Suscha Korte komponiert nicht mit kunstvoll arrangierten Gegenständen Stillleben, sondern macht mit ausgewählten Alltagsgegenständen Beziehungsgeflechte bildhaft. Der Betrachter hat die Möglichkeit inne zu halten und sich mit seinen Wertigkeiten, Prägungen, Verletzungen und Lebensthemen allgemein menschlich porträtiert zu erkennen.

Zwei gegensätzliche Kategorien bestimmen dabei die Bildkompositionen der Künstlerin. In den reduzierten, auf die Präsentation von Tellern konzentrierten statischen Bildern, erreichen die Objekte stillebenhafte, meditative Züge. Sie treten als Zeugen aus der Vergangenheit auf. Als Synonym für einzelne Schicksale wirken sie zurück gelassen, wie eine Art Porträt und Zeitzeuge zugleich.

Diesen kargen, beinahe leeren Bildern stehen dicht mit Objekten gestaltete Kompositionen gegenüber. Die Teller werden nun in einen ganz neuen Kontext gestellt. Im Zusammenhang mit einem Kopfkissen etwa oder einem der konventionellen Erziehungssprüche wie „Sitz gerade“ oder „Langes Fädchen, faules Mädchen“, wie sie Suscha Korte häufig verwendet, treten neue Bedeutungs-und Beziehungsebenen hinzu. Diese gesellschaftskonformen, erstickenden, einengenden Erziehungssprüche erinnern wir aus eigener Kindheit. Dieser Erinnerung wird durch Neonschriftzüge wie „Jetzt“ oder “Dennoch“ eine vitale Hoffnung entgegen gesetzt. Der Betrachter scheint aufgefordert, diesen Ballast an Erziehungsvorgaben zu durchleuchten und zu überwinden. Die verschiedenen räumlichen Ebenen und die unterschiedliche Präsenz der Objekte spiegeln durch das Vor– und Zurücktreten die Verzerrung der Erinnerung wider. Wenn die Künstlerin in einigen Bildern feuerfestes Silikon über eine Bildpartie zieht und die darunter liegende Ölmalerei dabei ihren Glanz verliert und nur noch matt durchschimmert, scheinen die Lebenspuren parallel zu den Erinnerungen zu verblassen und unscharf zu werden.

Werke, die mit Übermalungen von Graffiti arbeiten, wirken durch die Farbigkeit lebendiger und stellen jüngere Biographien in einen aktuellen gesellschaftlichen Kontext. Die anonyme Malerei auf öffentlichen Plätzen, die das Graffiti als Teil der Jugendkultur verkörpert, spielt auf einer zusätzlichen inhaltlichen Ebene mit dem anonymen, namenlosen Schicksal, auf das die Bildobjekte Bezug nehmen. Ein weiteres Indiz für das eher jugendliche Alter des „Porträtierten“ stellt beispielsweise auch der Basketballkorb in der Arbeit „Graffiti“ dar. Der bewusst deplatziert erscheinende Porzellanteller verweist hier auf den gleichsam historischen Ballast, gegen den revoltiert wird. Wenn ein Tiger als Ausdruck von Wildheit und Freiheit sowie der Schriftzug „trotzdem“ in auffälliger Weise die Komposition dominieren, wird der Ausbruch aus vorgegebenen Strukturen um ein vielfaches potenziert. Die Steckdose und dasWort „Home“ symbolisieren einerseits festgefügte, enge Strukturen, andererseits aber auch unsere Sehnsucht nach Wärme, Geborgenheit und Angenommensein.

Suscha Korte holt die Realität buchstäblich in ihre Bildwelt hinein. Die Werke sprechen nicht nur von der Realität, sondern sind selbst Realität.

"Dr. Ina Ewers-Schultz, August 2014"

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.